Ein durch geplanter Alltag

Ein großes Thema ist der Alltag.

Oft denkt man:
Man erträgt die Behandlung, nimmt die Medikamente und schon ist der Alltag wieder da.

Aber es ist ganz anders.

Hier ein paar Infos darüber, was ich so bei jedem Schritt, jedem Tag, jeder Entscheidung bedenken muss.

Mein Tag startet meistens zwischen 6-7 Uhr morgens.
Oft bin ich da schon 2-3 Stunden wach, da ich kaum länger als 3-4 Stunden am Stück schlafen kann.
Es liegt zum einen an den Medikamenten.
Das Cortison, welches ich nehme macht einen sehr wach und unruhig und das Morphium führt dazu, dass man grundsätzlich müde ist
Leider heben diese Nebenwirkungen sich nicht gegenseitig auf, sondern führen zu einer inneren Unruhe, und einer körperlichen Erschöpfung.

Um 7 Uhr trotte ich in die Küche, und nehme die ersten Medikamente.
Das Morphium und einen Magenschutz.
Dabei ist es beim Morphium unverzichtbar sich an die Zeiten zu halten.
Sonst bekommt man Entzugserscheinungen, Schmerzen und der Tag ist fast schon gelaufen.
Danach muss ich frühstücken.
Denn Essen ist auch ein sehr wichtiger Faktor.
Egal wie es mir geht, ich muss zu den Medikamenten etwas Essen
Wie man jetzt schon merkt.
Ausschlafen.
Chillen.
Spontan woanders schlafen
Alles keine Option!
Der Tag braucht klare Linien, die ich nicht umwerfen darf.

Nach dem Frühstück startet der Tag.
Auch hier sind feste Essenzeiten, zu den Medikamenten sehr wichtig.

Aktuell sind die vorrangigen Termin,
Blutabnahmen in der Uni Klinik,
Physiotherapie für den gebrochenen Lendenwirbel, Ellenbogen und die Hand.
Physiotherapie zum generellen Muskelaufbau.
Manuelle Therapie zur Rückenmobilisierung.
Weiter Arzttermin, wie Zahnarzt, Frauenarzt, Dermatologen usw.
Denn durch die ganzen Therapien, muss ich nun komplett auf den Kopf gestellt und durch gecheckt werden.
Alleine damit habe ich fast jeden Tag einen Termin.

Und wenn ich nicht beim Arzt sitze, suche ich aktuell nach kleinen Beschäftigungen.

Jedoch darf ich vieles nicht.
Tiere sind aktuell tabu, deswegen musste auch leider mein Hund ausziehen.
Wir haben lange überlegt, aber die entstandenen Osteoporose ( Knochenschwund ) führt zu schnellen Knochenbrüchen, das ist bei 35kg Powerhund leider nicht stemmbar.

Ich male und lese viel.
Aber auch hier, ist ein Kopf voller Morphium keine gute Basis.
Zudem leider ich noch stark unter zittern in den Händen.
Weswegen z.b nähen überhaupt nicht geht.

Ich versuche oft Freunde zu treffen, nur müssen auch die gesund sein, denn mein Immunsystem ist noch sehr angeschlagen.

Auf meiner Wunschliste steht regelmäßiges schwimmen.
Wobei, meine Ärztin wohl auch das nicht gut heißen wird, wegen den Keimen.
Ich denke, wenn der Alltag sich so sehr um die Krankheit dreht, muss man einen Mittelweg finden
Nutzen und Risiko abwägen.
Vielleicht, dann schwimmen, wenn es leer ist?
Denn für mein Gemüt und meinen Muskelaufbau wäre es toll.

Meistens am Nachmittag habe ich ein Tief.
Viele können es nicht nachvollziehen.
Ich höre, hey du siehst doch so viel fitter aus!
Du hast doch keine Verpflichtung!
Manchmal erzähle ich, dass ich dann die ganze Woche von Termin zu Termin hetzte.
Sporteinheiten habe.
Schmerzen ertrage.
Wichtige Gespräche führe.
Kaum schlafen.
Medikamente organisiere.
Und dazwischen versuche, noch irgendwie mich selbst zu finden.
Meisten sage ich aber eher,
Es war heute ein anstrengender Tag und lächle.
Denn, wie soll ich es erklären?

Jeder von uns hat seinen eigenen Weg.
100 Gedanken im Kopf.
Wir müssen lernen, das wir uns nicht rechtfertigen müssen.
Nicht Mal, immer vor uns selber.
Ihr wisst was ihr täglich leistet, oder wo ihr Pausen braucht.

Was sind eure täglichen kleinen Ziele und Herausforderungen?
Dinge, die keiner sieht, aber die doch euren Weg bestimmen.

Und sei es nur, dass ihr jeden Tag daran denkt, das Blümchen auf der Fensterbank zu gießen.
Jede Tat, jeder Tag, jede Aktion, hinterlässt was in dieser Welt.
Es ist eure Kraft, euer Leben.
Haushaltet gut und versucht glücklich zu sein.

Veröffentlicht von Antonina

Ja, wer bin ich. Was für eine philosophische Frage. Orientieren wir uns doch erstmal an den Fakten. Ich bin 26 Jahre, Baujahr 1992. Ein kölsches Mädel mit zwei tollen kleinen Kindern an der Hand. Einem Jungen von 3 Jahren und einem Mädchen von 2 Jahren. Entstanden aus einer langen harten 8 Jahre langen Beziehung mit einem Sizilianer. Getrennt habe ich mich September 2018. November 2018 bin ich dann an Blutkrebs erkrankt. Seitdem versucht er mein Leben zu bestimmen. Und von diesem Leben will ich euch berichten #SterbenistkeineOption

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